Die Tomate: Das vielseitigste Nachtschattengewächs

Schon die Ureinwohner in Mittel- und auch Südamerika wie auch die Mayas wussten die Vorzüge der heutigen Tomate zu schätzen. Ausgrabungen in Tehuacán, südlich von Mexiko, untermauern die Annahme, dass Tomaten schon rund 700 Jahre vor Christus ein begehrtes Lebensmittel waren. Andere Bezeichnungen für die Tomate werden im Südtirol und ganz Österreich genannt. So hört man hier Paradeisapfel oder auch Paradeiser am häufigsten. Tomaten werden der Gattung Pflanzen zugeordnet. In der Familie der Nachtschattengewächse befinden sich Tomaten in bester Gesellschaft. Denn Kartoffeln, Aubergine und auch Paprikas gehören ebenfalls zu dieser Gattung. Interessanterweise gehören ebenfalls Tabak und auch Tollkirschen wie auch die Engelstrompete zur Verwandtschaft.

Tomaten

Tomate

Wie viele Tomatensorten es weltweit gibt, ist auch nach intensiven Recherchen nicht verbindlich zu eruieren. Einige Quellen sprechen von „bescheidenen“ 10.000 unterschiedlichen Sorten, andere Experten nennen nennen die Zahl 35.000 verschiedene Sorten. In einem Fakt sind sich die Experten jedoch einig. Neue Züchtungen sehen oft sehr toll aus, schmecken aber nach nichts. Es ist einfach nur eine rote, geschmacklose Masse, die als Tomate bezeichnet wird. Kenner und Köche setzen auf unsere herkömmlichen altbewährten Sorten, die im Geschmack bei Neuzüchtungen nicht übertroffen wurden. Nicht selten wird auch gentechnisch verändert. So kann das Wachstum beschleunigt und auch Schädlinge und Krankheiten können fern gehalten werden. Alle Veränderungen beeinflussen jedoch den Geschmack einer Tomate. Auch in Deutschland und ganz Mitteleuropa gibt es eine riesige Anzahl verschiedener Sorten. Welche Sorte sich für welches Anbaugebiet am besten eignet, entscheidet auch das örtliche Klima. Aufwand und Ertrag sind bei den verschiedenen Tomatensorten ebenfalls unterschiedlich. Verständlicherweise wird bei der kommerziellen Produktion von Tomaten für den Handel auf bestmöglichen Ertrag und Gewinn gesetzt. Wer lediglich für den Eigengebrauch anpflanzt, wird sich andere Kriterien setzen. Hier zählt einzig der Geschmack. Ob sich nun auf einem Quadratmeter Anbaufläche etwas weniger Tomaten ziehen lassen, ist für den privaten Gärtner völlig unerheblich. Gute oder gar Gourmetköche setzen oft auf lokale Produkte. Je nach Saison ist das Angebot an Gemüse und Früchten unterschiedlich. Auch beim Kauf von Tomaten hat dass geübte Auge eines Kochs klare Vorstellungen, wie eine gute Tomate aussehen soll. Eine Tomate soll frisch geerntet sein. Zu erkennen ist dies an der „Knospe“. Ist diese schon trocken oder gar bereits am Verdorren, wurde die Tomate schon vor längerer Zeit geerntet. Je frischer die Tomate gekauft wird, desto mehr Aroma gibt sie ab. Werden die Tomaten gleich verarbeitet, dürfen sie eine tiefrote Farbe haben. Tomaten, die erst die nächsten Tage gebraucht werden, müssen nicht ausgereift sein. Denn bei einer kurzzeitigen Lagerung findet noch ein Reifeprozess statt. Beim Kauf sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die Tomaten die richtige Konsistenz haben, also nicht zu weich oder gar matschig, aber auch nicht zu hart sind. Fachleute wissen zudem sehr genau, aus welchen lokalen Anbaugebieten die besten Tomaten zu erwarten sind. Tomaten zählen mitunter zu den gesündesten Lebensmitteln insgesamt. Mitverantwortlich dafür ist auch dass in Tomaten enthaltene Astaxanthin . Diese Carotinoide geben der Tomate die unverwechselbare Farbe. Wer also viele Lebensmittel mit Carotinoiden verzehrt, lebt besonders gesund. Es soll laut Studien soll der Körper vor vielen Krankheiten und Gebrechen geschützt werden. Nicht nur bei Hobbygärtnern sind die sogenannten Stabtomaten sehr beliebt. Auch auf kleinen Flächen ist die Ausbeute recht hoch. Allerdings ist dieser Anbau mit etwas Aufwand verbunden. Denn die einzelnen Pflanzen müssen mit einem Spalier gegen Umknicken geschützt werden. Besonders beliebt sind Fleischtomaten. Diese können je nach Sorte zwischen 100 Gramm bis hin zu einem Kilo schwer werden. Fleischtomaten sind auch sehr beliebt, weil sie sich so gut wie für alles eignen. Salate, Sugo für Spaghetti-Saucen oder auch zum Bestreichen von Pizzaböden.

Je nach Verwendungszweck haben auch Sie als Konsument eine große Auswahl spezifisch geeigneter Tomaten. Als Einlage zu Salaten oder als reiner Tomatensalat werden gerne Rispentomaten verwendet. Diese Sorte eignet sich auch vorzüglich in Verbindung mit Mozzarella. Bei der reinen Fleischtomate können Sie auf ein gutes und ausgewogenes Verhältnis zwischen Säure und Süße bauen. Dies ist die ideale Tomate, wenn es darum geht, dass eine Tomate eingekocht werden muß. Darüber hinaus besticht sie durch einen hervorragenden Geschmack. Je nach geografischer Lage werden Roma-Tomaten auch Eiertomaten genannt. Durch ihre ovale, Eierform sind diese Tomaten kaum zu verwechseln. Allerdings ist die äußere Haut selten so tiefrot wie bei anderen Sorten. Kenner wissen: Daraus lassen sich leckere Suppen, aber auch Saucen kreieren. Beliebt und geschätzt sind die Winzlinge unter den Tomaten. Die Rede ist von Cherrytomaten oder auch Mini-Rispentomate genannt. Natürlich ausgereifte Cherrytomaten entwickeln unwiderstehliche Gaumenfreuden. Sie sind mit Abstand die süßesten Tomaten aus der großen Familie der Tomaten. Als Dekoration finden diese Tomaten unzählige Verwendungsmöglichkeiten. Zum Beispiel auf belegten Brötchen, oder auch als Garnitur zu anderen Salaten. Es gibt wohl kaum einen Koch. der etwas auf sich und seiner Küche hält und ohne Cherrytomaten auskommt. Als kleiner Vorspeise-Salat sind Cherrytomaten immer gerne gesehen.

Findige und kreative (Hobby)-Köche lassen sich ständig neue Gerichte einfallen. Tomaten bringen immer einen tollen Geschmack und Abwechslung. So dürfen Tomaten auch bei einer kleinen Mahlzeit zwischendurch niemals fehlen. Beispielsweise auf einem kalten Teller mit Speck, Käse und Salami. Auch kalter Braten muss einfach mit frischen Tomaten garniert werden, dass Auge isst bekanntlich mit. Wenn Sie die Mühe nicht scheuen, kann auch mal ein Paprika-Tomaten-Aufstrich selber hergestellt werden. Einmal versucht, will man diese Köstlichkeit nicht mehr missen. Die Möglichkeiten, aus Tomaten Leckereien zu kreieren, sind unerschöpflich. Wer mag, kann sich auch Tomaten-Marmelade machen oder Tomaten pressen und einen gesunden Tomatensaft herstellen, der besonders nach einer durchzechten Nacht sehr hilfreich ist, die Geister wieder zu beleben. Die Tomate ist eben das vielseitigste Nachtschattengewächs überhaupt.

Gastbeitrag: Gabriele Rost

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